Um dem dringenden Wunsch der Bevölkerung von Sterzing nachzukommen, erwarben die Generalleitung der Tertiarschwestern von Brixen Generaloberin Sr. Agnes Steinegger und ihre Rätinnen Sr. Maria Johanna Pircher und Sr. Renata Palla 1959 den Ansitz Löwenegg in der Fraktion Thuins und errichteten dort den ersten deutschsprachigen Kindergarten in Sterzing, zudem auch noch eine Nähschule.
Bald aber kam man zur Überzeugung, dass die Entfernung von der Stadt zu groß ist und dass die Räume in der Villa Löwenegg für die zwei Tätigkeiten ungeeignet sind.
Es wurde nach einem Baugrund in der Nähe des Stadtzentrums gesucht. Mit Hilfe des damaligen Bürgermeisters, Hans Saxl, wurde bald ein geeignetes Grundstück gefunden. 1960 wurde vom Herrn Ferdinand Wild in der Lahnstraße der Baugrund für den Kindergarten und eine landwirtschaftliche Haushaltungsschule gekauft. Das Grundstück galt als einer der besten Baugründe im Stadtgebiet von Sterzing. Die gute Lage ist uns bekannt: Stadtnähe, sonnig und die gute Aussicht auf die Stadt und die Berge.
Bereits im Herbst 1961 wurden die Bauarbeiten in Angriff genommen. Diese gingen flott voran, so dass nach 3 Jahren Bauzeit das Haus bezugsfertig war. Am 06. Oktober 1964 zogen die ersten Schwestern im Haus Maria Regina Pacis ein und am 05. November 1964 konnte mit den drei Hauptaufgaben begonnen werden: mit der Haushaltungsschule, der Nähschule und dem Kindergarten. Der Anfang war schwierig, fehlten doch teilweise Einrichtung, Lehrmittel, Lebensmittel und auch das Geld. Doch Schwung und Begeisterung zum Neuanfang war vorhanden.
Bald ging es auch wirtschaftlich besser, vor allem dank der großzügigen finanziellen Unterstützung durch das Assessorat für Land- und Forstwirtschaft, dem die Haushaltungsschule unterstellt war und dem Assessorat für Schule und Kultur, zu dem der Kindergarten gehört. Der Kindergarten war voll besetzt; es kam vor, dass 105 Kinder eingeschrieben waren, aufgeteilt auf 3 Sektionen. Die Haushaltungsschule besuchten in den Anfangsjahren 36 Frauen und die Nähschule 24. Den Unterricht und die Betreuung der Kinder und Jugendlichen in allen 3 Tätigkeitsbereichen besorgten Schwestern.
In den Sommermonaten verbrachten viele Schwestern ihren Urlaub im Hause.
In den Jahren 1966 – 1978 boten wir im August berufstätigen Frauen einen Koch – und Nähkurs an, der sehr gefragt war.
Da das Interesse am Nähen nachließ und die Nähschwester im Hause wichtige Aufgaben übernehmen musste, schlossen wir 1972 die Nähschule.
1977 trat das neue Gesetz des Kindergartenwesens in Kraft. Ein Weiterführen unseres privaten Kindergartens wurde dadurch wesentlich erschwert. Nach langem Überlegen wurde der private Kindergarten in einen Landeskindergarten umgewandelt. |
1991 – 1993 war der theoretische Unterricht des Grundlehrganges für Gastgewerbe bei uns im Hause untergebracht.
Im Jahr 2000 wurde der 1. Stock, also der Kindergartenbereich an die Gemeinde Sterzing vermietet. 41 Jahre führten wir ihn in Eigenregie mit allem Drum und Dran – zuerst 5 Jahre in Löwenegg und dann 36 Jahre hier in Maria Regina Pacis.
Im Jahre 2000 ersuchte uns die Gemeinde Sterzing um Unterkunft der Schülerinnen des Realgymnasiums mit Ausrichtung Sport, die aus ganz Südtirol kommen und nicht Gelegenheit haben, täglich heimzufahren.
2002 schlossen wir die Hauswirtschaftsschule. Gründe für die Schließung: Personalmangel und rückläufige Schülerinnenzahl .
Immer wieder wurden im Hause bauliche Veränderungen vorgenommen: Reparaturen, Anpassungen an die gesetzlichen Vorschriften, räumliche Umgestaltungen usw.
2007 im März entschieden wir gemeinsam mit der damaligen Provinzleitung eine totale Sanierung und Umgestaltung vorzunehmen. Dieser Entschluss wurde vorangetrieben durch Ermunterung von Mitschwestern, ebenso durch die Bitte des Bürgermeisters Dr. Fritz Karl Messner und der Direktorin der Oberschulen von Sterzing, Fr. Dr. Ingrid Keim, das Heim zu erweitern, um genügend Heimplätze für die Sportschülerinnen zu schaffen.
Der Plan wurde gefasst. Herr Josef Caproni wurde von der Provinzoberin
Sr. Elisabeth als Bauleiter beauftragt. Er holte Baupläne, Genehmigungen und Kostenvoranschläge ein. Bis Schulschluss war alles bereit, und am 16. Juni 2007 wurde begonnen. Ein Dreijahresplan lag vor: Sanierung vom Dach bis zum Erdgeschoß. Durch einen Zubau bekamen das Heim und der Kindergarten zusätzlich je einen Raum. Unter den Zubau im Erdgeschoß wurde ein Bewegungsraum geschaffen.
Beim Umbau und bei der Sanierung setzten wir uns folgende vier Schwerpunkte:
- Gemütliches Wohnen
- Angemessener Komfort
- Energieeinsparungen
- Umweltverträglichkeit
Dies alles war nur möglich durch Mithilfe vieler: vor allem der Tertiarschwestern der Provinz Brixen, der großzügigen finanziellen Beihilfe der Landesregierung, der umsichtigen Koordinierung und Leitung durch Herrn Caproni, das einwandfreie und gute Arbeiten der einzelnen Planer und Handwerker und das Verständnis der Nachbarschaft.
Nach drei Sommern und zwei Wintern Bauzeit waren die Umbau- und Sanierungsarbeiten abgeschlossen. Am 03. Oktober 2009 konnten wir bei herrlichem Wetter in einem Dankgottesdienst mit Dekan Josef Knapp unser Haus segnen. |